fvw.de – Das Alter spielt keine Rolle

Beim Networking Event [Travel Industry Club] in Rostock versuchten die Diskussionsteilnehmer einen Blick in die Zukunft der Kreuzfahrt-Branche zu werfen. Die Stimmung war optimistisch.

„Uns ist das Alter relativ egal“, kommentiert Lars M. Clasen, Geschäftsführer von Arosa Flusskreuzfahrten die Frage nach der Zielgruppe. Ähnlich sehen es die Kollegen von Viking, RCL oder Arosa. Der Kunde mache auf vielfältige Art Urlaub, mal zu Zweit, mal als Familie oder mal die Großeltern mit Kind. Entsprechend änderten sich die Bedürfnisse, die trotz allem auf den Schiffen befriedigt werden können. Einzig wichtig sei, so ergänzt Guido Laukamp, Deutschland-Chef von Viking Flussfahrten, dass die Kunden Zeit und/oder Geld für das Produkt Kreuzfahrt haben.

Und das scheinen viele zu sein. Ob eine Verdoppelung der Gästezahlen bis 2020 erreicht werden kann, wie von Moderator Adrian von Dörnberg aus einer Statistik zitierte, wagt niemand aus der Diskussionsrunde mit Sicherheit zu sagen. Doch die Wahrscheinlichkeit liege recht hoch. Noch immer wächst das Kreuzfahrt-Segment deutlich, selbst in diesem Jahr, in dem sowohl die Hochsee- als auch die Flusskreuzfahrt mit einer kleinen Nachfragedelle kämpfen müssen. So wird es statt einem zweistelligen nur noch ein einstelliges Wachstum. Eine Delle könnte höchstens dazu führen, dass die Planzahlen zwei bis drei Jahre später erreicht seien. Hansjörg Kunze, Vice President Communication bei Aida Cruises, hält die Faktoren Preisentwicklung, Qualität und Umwelt-Standards für wichtiger als die reinen Gästezahlen.

Green Cruise aus wirtschaftlichen Gründen

Den Umwelt-Aspekt sahen viele Diskussionsteilnehmer aus rein wirtschaflicher Sicht. Dass sich mit entsprechenden Schiffsanstrichen, optimierter Routenplanung und speziellen Antrieben auch Geld einsparen lasse, sei entscheidender als die Frage, ob die Kunden das Engagement honorierten. Denn finanziell honorieren tun sie es nicht, wie auch Veranstalter im Bereich Landurlaub schon feststellen mussten.

Einzig ein „sauberes“ Image kann mehr Gäste und somit mehr Geld in die Kassen der Kreuzfahrt-Reedereien spülen. Mehr zahlen möchte kein Kunde für die neue Müllentsorgungsanlage. Helge Grammerstorf vom Beratungsunternehmen Seaconsult in Hamburg bringt den Umwelt-Aspekt auf den Punkt: „Es ist richtig und zielführend, die Kreuzfahrt umweltgerechter zu machen. Einen Arbeitsplatz-Verlust oder einen Gästeschwund werden strengere Umwelt-Auflagen nicht bewirken. Die Reedereien werden entsprechend andere Schiffe einsetzen, etwa wenn ab 2015 in der Ostsee nur noch mit schwefelarmem Brennstoff gefahren werden darf.“

Die Zukunft der Kreuzfahrt sehen die Diskussionsteilnehmer weiterhin positiv. Tom Fecke von Royal Caribbean Cruise Lines: „Wir sind zu starken Wettbewerbern des Landurlaubs geworden.“ Jetzt müssten die Kräfte darauf gerichtet werden, auch in der breiten Masse des Vertriebs die Potenziale der Kreuzfahrt für Gäste- und Provisionsplus deutlich zu machen. Bei einem selbst in schwierigen Jahren wie 2012 beständigen Wachstum und vielen zu erwartenden Neubauten sei die Zukunft der Kreuzfahrt durchaus rosig, so das Fazit.

von Magdalena Laßmann

Quelle: fvw.de

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